Der Sachverständige – und seine Ausbildung

Fachliche Kompetenz, oder die besondere Sachkunde ist die Voraussetzung für die Tätigkeit eines Sachverständigen. Dazu ist der Erwerb eines für das Fachgebiet geeignetes Hochschulstudiums mit Abschluss und einer mehrjährigen Berufserfahrung bzw. Weiterqualifizierung auf entsprechendem Gebiet, erforderlich.

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Für eine handwerksbezogene Sachverständigentätigkeit kann auch der Abschluss als Handwerksmeister sowie eine entsprechende Berufspraxis in Verbindung mit umfangreicher fachlicher und rechtlicher Fortbildung ausreichend sein.

Leider ist in Deutschland (auch in Lichtenstein und Österreich) die Bezeichnung „Sachverständiger“ nicht geschützt, jeder darf sich Sachverständiger nennen, was zu „unlauterem Wettbewerb“ führt.

Die europaweit anerkannte Personenzertifizierung auf der Grundlage der DIN EN ISO/IEC 17024 ist heute eine der besten Kriterien um die Kompetenz eines Sachverständigen zu überprüfen.

Über diese Zertifizierung ist es möglich eine weltweite Vergleichbarkeit und Anerkennung der Qualifikation zu erhalten. Aufgrund dieser Anerkennung nimmt in Deutschland die Bedeutung der Zertifizierung zu und wird, so in Fachkreisen prognostiziert, in einigen wenigen Jahren auch die öffentliche Bestellung ablösen.

Man unterscheidet in Deutschland:

  • freie oder unabhängige Sachverständige
  • verbandsangehörige Sachverständige
  • amtlich anerkannte Sachverständige
  • staatlich anerkannte Sachverständige
  • öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige
  • zertifizierte Sachverständige nach DIN EN ISO/IEC 17024

Wann benötigt man einen Sachverständigen/Gutachter?

Ein Gutachter wird benötigt, wenn z.B. ein Baumangel prognostiziert wird.

Ein Baumangel liegt dann vor, wenn der tatsächliche Zustand vom gewünschten abweicht, bzw. Schäden verursacht. Jedoch sind nicht alle Abweichungen gleichzusetzen mit Baumängeln. Hier gilt es zuerst einmal zu klären was im speziellen Fall vereinbart, bzw. vorausgesetzt wurde. Genau dazu liefert der Bausachverständige Antworten.

Der Sachverständige überprüft auch, ob der Bauherr/Eigentümer Anspruch auf eine z.B. kostenfreie Behebung/Instandsetzung hat, wenn diese innerhalb der Gewährleistungsfristen liegen.

Auch werden vertragswidrige Beschaffenheit der Leistungen, oder Planungs,- und Materialfehler geprüft, die zu einem Schaden/Mangel geführt haben.

Das Gutachten

Wie unterscheiden sich die Gutachten und wann sind sie notwendig?

Privatgutachten

Ein privates Gutachten dient zuerst einmal der Bewertung einer Leistung und/oder eines Bauteils/Gegenstands. Auch ist es möglich einen Sachverständigen als unabhängigen Berater zu beauftragen. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von einer Beratung die vor Ort stattfinden kann, als auch zu einer Dokumentation oder ein genau detailliertes Gutachten. Im Fall eines Streites oder eines Schadens kann aufgrund eines erstellten Gutachtens eine Grundlage zur rechtliche Beurteilung geschaffen werden.

Zur Beweissicherung oder zu Prozesszwecken benötigen Sie immer ein gut gegliedertes und strukturiertes Gutachten, welches alle Fakten bewertet, und verständlich dokumentiert.

Schiedsgutachten

Der Zweck eines Schiedsgutachtens liegt in der Einigung ohne Gerichtsverfahren bei einem Streitfall, und ist aufgebaut wie ein Privatgutachten. Die Beauftragung des Sachverständigen der beiden Konfliktparteien erfolgt gemeinsam mit der Voraussetzung sich dem Schiedsgutachten auch zu unterwerfen. Durch das Schiedsgutachten können Leistungen objektiv bewertet und geklärt werden.

Gerichtsgutachten

Der Auftraggeber eines Gerichtsgutachtens erteilt das Gericht und stellt im Beweisbeschluss dem Gutachter seine Aufgaben/Fragen. Nicht jeder der sich Gutachter nennt wird auch vom Gericht beauftragt. Das Gericht überprüft die Qualifikation des Gutachters sehr genau auf seine Eignung. Die Voraussetzung hierfür ist die öffentliche Bestellung und Vereidigung oder die Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024.

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